Die Umstellung auf BARF


Von Fertigfutter auf BARF umzustellen ist zwar häufig übergangslos möglich, aber bei manchen Hunden gibt es doch Probleme, so dass man sich etwas Zeit dabei lassen sollte. Auch bei Senioren – alten Hunden bzw. Hunden mit deutlichen Alterungsmerkmalen – ist bei einer Futterumstellung auf BARF einiges zu beachten.

Allgemeine Vorgehensweise bei der Umstellung auf BARF-Ernährung

Da viele Hundebesitzer erst dann auf Rohfütterung umstellen, wenn ihr Hund bereits unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet, kommt es häufiger zu Problemen, wenn statt Fertigfutter auf einmal Rohfutter in den Napf kommt. Bei kranken Tieren ist es besonders wichtig, sie gut zu beobachten und die Nahrung ihren besonderen Bedürfnissen anzupassen. Ist die Umstellung auf BARF erst einmal erfolgreich vollzogen, bessert sich der Allgemeinzustand der Tiere erheblich, wenn es nicht sogar zu einer vollständigen Genesung kommt.
Am besten ist es, vor der Ernährungsumstellung ein bis zwei Fasttage einzulegen, damit der Verdauungstrakt leer ist, und es dann beim Rohfutter nicht zu Verdauungsproblemen wegen Fehlgärungen kommt. Zu Beginn der BARF-Ernährung sollte mit besonders leicht verdaulicher Kost angefangen werden, wobei vor allem auf das Füttern von Knochen zu verzichten ist. Fleisch, Getreide und Gemüse setzt man besser nicht zusammen in einer Mahlzeit vor, sondern trennt die verschiedenen Komponenten bei der Fütterung, indem man sie auf verschiedene Mahlzeiten verteilt.
Ist der Hund sehr empfindlich, ist es hilfreich, Gemüse vorher etwas anzudünsten, um es leichter verdaulich zu machen. Bis der Verdauungstrakt wieder in Ordnung ist, empfiehlt es sich, vor allem helle Fleischsorten, wie Lamm, Pute und Huhn zu füttern. Auch grüner Pansen sollte dabei sein, da er beim Aufbau einer gesunden Darmflora hilft. Außerdem ist darauf zu achten, dass man besonders empfindlichen Hunden statt einer großen Mahlzeit besser mehrere kleine vorsetzt.

Die besondere Situation der Senioren

Wann man einen Hund als Senior bezeichnet, hängt nicht nur von seinem Alter ab, sondern auch von den Alterungsmerkmalen, die er aufweist. Ob der Hund bereits zu den Senioren gezählt werden muss, erkennt man unter anderem an folgenden Merkmalen:

  • Das Fell ergraut – vor allem am Kopf.
  • Die Zähne sind bereits sehr abgenutzt.
  • Die Tiere leiden stärker unter Darmträgheit als in früheren Jahren.
  • Die Speichelsekretion lässt nach, und den Hunden schmeckt das Futter nicht mehr so gut, weshalb manche Senioren weniger fressen.
  • An Knochen und Gelenken stellen sich Verschleißerscheinungen ein, und der Hund ist weniger aktiv.
  • Das Immunsystem arbeitet nicht mehr so effektiv wie früher, und die Hunde werden häufiger krank.
  • Es stellen sich Schwerhörigkeit, Sehschwäche und Vergesslichkeit ein.

Die Umstellung auf BARF bei Senioren

Für die schlechtere Gesundheit der Senioren ist nicht nur das Alter verantwortlich, sondern auch die Art der Ernährung in den ersten Jahren. So haben übergewichtige Tiere, sowie Tiere, die häufig mit Medikamenten behandelt wurden, oder solche, die hauptsächlich mit Fertigfutter ernährt wurden, oft mit Diabetes, Nierenerkrankungen, Schilddrüsenkrankheiten und Problemen mit Haut und Zähnen zu tun.
Viele dieser Krankheiten, die auch schon Hunde in mittleren Jahren betreffen können, hätte man durch eine artgerechte Rohfütterung von Anfang an verhindern können. Fängt man erst bei Senioren mit einer BARF-Ernährung an, gelingt es häufig nur noch, den Krankheitsprozess zu verlangsamen, nicht aber, ihn rückgängig zu machen. Bei alten und/oder kranken Hunden sind zusätzliche schonende Behandlungsmethoden wie Homöopathie und Phytotherapie hilfreich.
Grundsätzlich kann ein Senior genauso gefüttert werden wie ein junger Hund, wenn man dem verminderten Energiebedarf Rechnung trägt und die Futtermenge entsprechend reduziert. Ein spezieller Ernährungsplan für Senioren ist nicht notwendig.

Ein paar Punkte lohnt es sich allerdings zu beachten:

  • Die Fleischbrocken sollten etwas kleiner sein wegen des reduzierten Speichelflusses und der abgenutzten Zähne.
  • Die Knochenmenge ist zu reduzieren, da der Hund die Knochen nicht mehr richtig kauen kann und ohnehin in höherem Alter mehr zu Verstopfungen neigt. Aus diesem Grund ist es ratsam, mehr Fleisch, Fette und Innereien zu füttern.
  • Bei manchen Senioren ist es empfehlenswert, das Futter zu kochen, statt es roh zu füttern.
  • Ältere Hunde haben oft einen erhöhten Eiweißbedarf, da sie das aufgenommene Eiweiß nicht mehr so gut verwerten. Die BARF-Ernährung liefert dem Senior leicht verdauliches Eiweiß in ausreichender Menge. Die Ansicht, dass zu hohe Eiweißmengen Nierenerkrankungen begünstigen, ist inzwischen widerlegt worden. (Bei Hunden mit Nierenerkrankungen ist darauf zu achten, dass sie viel Wasser trinken und zusätzliche Vitamine und Spurenelemente erhalten). Gefährlich ist nur Eiweißmangel, da das zu Gewebeabbau führt, zu einer Schwächung des Immunsystems und zu einer Beschleunigung des Alterungsprozesses.
  • Um den Stoffwechsel anzuregen, ist die Gabe von Kräutern sehr sinnvoll. Es gibt spezielle Kräutermischungen für Senioren zu kaufen, aber man kann natürlich auch frische Kräuter verwenden. Unter anderem sind hier Weißdorn, Brenn-Nessel, Löwenzahn und Schachtelhalm zu nennen.