Fleischfreie Tage sind wichtiger als Fasten
Tagelang ohne Nahrung auszukommen, ist für wilde Caniden etwas ganz natürliches. Sie fressen dann, wenn sie Beute erlegt haben, und das kommt nicht jeden Tag vor. Unsere Haushunde unterscheiden sich genetisch kaum von den Wölfen. Wenn man Hunde fasten lässt, versucht man im Grunde nur, die natürlichen Bedingungen zu simulieren, was aber nicht unbedingt notwendig ist und auch nicht allen Hunden gut tut.
Welche Vorteile hat das Fasten für Hunde?
Neben der erwähnten Nachahmung der natürlichen Ernährungsgewohnheiten von in Freiheit lebenden Caniden, ist es vor allem die Tatsache, dass die Verdauungsorgane durch ein paar Fasttage Gelegenheit bekommen, sich von ihrer Arbeit auszuruhen und sich gründlich zu regenerieren. Der Darm wird gereinigt, wobei dieser Effekt durch die vorherige Aufnahme faserstoffreicher pflanzlicher Nahrung noch erhöht werden kann.
Theoretisch vertragen es Hunde, wenn sie nur alle drei Tage etwas zu fressen bekommen. Dann aber müssen es große Mengen Futter sein, da es auch in der Natur so ist, dass, wenn einmal reiche Beute gemacht wurde, davon so viel gefressen wird, wie irgend möglich. Es liegt in der Natur der Hunde, tagelang fasten zu können und dann große Mengen auf einmal zu fressen. Wie die Wölfe haben auch die Haushunde übrigens kein Sättigungsgefühl, so dass es ganz normal ist, wenn sie ständig nach Futter verlangen. Das liegt in ihren Genen begründet und ist kein Zeichen, dass ihnen wirklich etwas fehlt.
Alle 7 bis 14 Tage ein bis zwei Tage lang zu fasten, schadet den meisten also Hunden nicht, aber man kann die Fasttage auch dadurch abmildern, dass man seinem Hund in dieser Zeit bloß kein Fleisch zu fressen gibt, statt ihm gar nichts vorzusetzen.
Hunde müssen nicht fasten
Es ist nicht so wichtig, ob ein Hund fastet oder nicht. Wichtig ist nur, dass er mindestens einen Tag in der Woche fleischfrei ernährt wird, wobei ihm zwei Tage ohne Fleisch noch besser tun. Es ist unnötig, seinen Hund und dadurch natürlich auch sich selbst zu quälen, indem man um jeden Preis die Fasttage durchzuziehen versucht.
Wenn das Fasten rein theoretisch auch von jedem Hund mühelos vertragen werden müsste, so sieht es in der Praxis doch anders aus. In Wirklichkeit ist es nämlich so, dass mancher Hund Probleme damit hat, eine Weile auf Nahrung zu verzichten. Durch die moderne Hundezucht sind bestimmte Gesetzmäßigkeiten der Evolution, zum Beispiel die Regel, dass nur die Stärksten überleben, außer Kraft gesetzt. Das hat zur Folge, dass es auch immer mehr schwache und kranke Hunde gibt, die in der freien Natur überhaupt keine Chance hätten. So gibt es bestimmte Züchtungen, wie etwa die Bulldoggen, die so starke körperliche Einschränkungen haben, dass sie in Freiheit selbständig nicht überleben könnten. Die genetischen Schwächen vieler Hunde betreffen neben dem Körperbau auch den Zustand des Gebisses sowie die Verdauung, was es ratsam macht, den Tieren keine Fasttage aufzuzwingen.


