Fütterung nach BARF
Einen Ernährungsplan zu erstellen, der die Bedürfnisse jedes einzelnen Hundes berücksichtigt, ist nicht möglich. Dafür sind die Tiere einfach zu verschieden. Manche vertragen zum Beispiel kein Getreide oder haben anfangs Schwierigkeiten mit rohem Fleisch und Knochen. Einigen Tieren schmecken Gemüse oder Innereien nicht, und es gibt auch solche, für die zumindest ein Teil der Nahrung gekocht werden muss. Man muss seinen Hund also gut beobachten und den Ernährungsplan seinen speziellen Bedürfnissen anpassen.
Ausgewogene Ernährung durch Rohfütterung
Auch wenn die Futtermittelhersteller gerne behaupten, dass ihr Konzept eines Alleinfutters, das dem Hund bei jeder Mahlzeit alle wichtigen Nährstoffe bietet, das einzig wahre ist, so stecken hinter dieser Aussage doch nur finanzielle Interessen. Fakt ist, dass überhaupt keine Notwendigkeit dazu besteht, dem Tier bei jeder Mahlzeit alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelementen in einer optimalen Dosierung vorzusetzen. Eine ausgewogene Ernährung ist natürlich notwendig, aber diese Ausgewogenheit kann getrost über einen längeren Zeitraum hinweg stattfinden- und zwar von mehreren Wochen. Es macht deshalb überhaupt nichts, wenn die Mahlzeiten für eine kurze Zeit ein bisschen einseitig sind, vorausgesetzt, man füttert den Hund normalerweise abwechslungsreich. In der freien Natur ist es schließlich auch normal, dass die Mahlzeiten ganz unterschiedlich ausfallen und sich auch hinsichtlich ihres Gehaltes an Nährstoffen voneinander unterscheiden. Mit einer natürlichen Rohnährung kann man deshalb nichts falsch machen, wenn man sie nicht zu einseitig gestaltet.
Häufigkeit der Mahlzeiten
Wie oft ein Hund gefüttert werden sollte, hängt davon ab, was er zu fressen bekommt und bei welcher Ernährungsweise er sich am wohlsten fühlt. Manche Hunde kommen besser mit häufigen Mahlzeiten zurecht, während es anderen mit eher sporadischen und dafür größeren Mengen besser geht. Man kann seinen Hund also zweimal pro Tag, einmal oder nur alle zwei Tage füttern.
Einmal pro Woche sollten Hunde fleisch- und knochenfrei gefüttert werden. Auf diesen Tag folgt ein Fasttag, den man bei Hunden, die Fasten nicht gut vertragen, auch durch einen zweiten fleischfreien Tag ersetzen kann. Fünf Tage in der Woche wird dann Fleisch gefüttert. Am besten füttert man in großen Stücken oder am Knochen. Es ist nämlich wichtig für die Zahnpflege, dass der Hund genügend kaut.
Wer auch Getreide verwenden möchte, sollte seinen Hund zweimal täglich füttern, da es sinnvoll ist, Getreidemahlzeiten von Fleischmahlzeiten zu trennen. Setzt man dem Hund nämlich beides auf einmal vor, kann es zu Problemen mit der Verdauung und Blähungen kommen. Auch ist die Gefahr von Magenumdrehungen geringer wenn die tägliche Futtermenge auf zwei Mahlzeiten verteilt wird. Schlechte Futterverwerter profitieren ebenfalls von dieser Aufteilung.
Empfohlene Mengen
Als allgemeine Richtlinie kann gelten: Pro Tag eine Futtermenge von 2 % des Körpergewichts eines erwachsenen Hundes. Das gilt allerdings nur für Hunde mit normaler Auslastung und einem guten Gesundheitszustand. Der Futterbedarf ist aber auch abhängig von der Außentemperatur, der körperlichen Aktivität des Hundes, seinem Temperament und dem Umstand, ob kastriert ist oder nicht. Mit Futtermengen von 2-4 % des Körpergewichts kommen die meisten Hunde aber gut zurecht.
Tierische Erzeugnisse wie Fleisch, Knochen und Milchprodukte sollten dabei etwa 75-90 % der Futtermenge ausmachen. Bei rohen fleischigen Knochen sind 10 % der Gesamtfuttermenge ausreichend, wobei ihr Anteil bis auf 30 % erhöht werden darf. Der Anteil der pflanzlichen Erzeugnisse wie Gemüse, Getreide und Obst liegt bei 10-25 %.
Bei einer getreidefreien Fütterung sollte der Anteil des Gemüses 10-25 % betragen. Wer seinem Hund Getreide vorsetzen möchte, sollte darauf achten, dass der Getreideanteil nicht mehr als 10 % der Futtermenge ausmacht.



