Fragen zur Fütterung von Fleisch und Knochen
Fleisch und Knochen sind die natürliche Nahrung eines Hundes und deshalb Hauptbestandteile der Rohernährung. Es kursieren aber noch diverse falsche Ansichten in Bezug auf diese Rohfuttermittel.
Fragen zur Knochenfütterung
Die Gefährlichkeit von Geflügelknochen
Entgegen der Überzeugung vieler Hundebesitzer sind rohe Geflügelknochen nicht gefährlich, wenn es sich nicht um die Knochen sehr alter Tiere handelt und sich noch genügend Fleisch an ihnen befindet. Was aber stimmt: Gekochte Hühnerknochen darf ein Hund nicht bekommen, da sie sehr hart sind und scharfe Splitter besitzen.
Das ideale Verhältnis von Calcium zu Phosphor
Entgegen früherer Empfehlungen, in denen ein ganz bestimmtes Verhältnis von Calcium zu Phosphor in der Hundenahrung verlangt wurde, geht man heute davon aus, dass es vor allem darauf ankommt, dass der Hund genügend Calcium aufnimmt, was bei der Fütterung von unterschiedlichen Knochen gewährleistet ist.
Früher hieß es, das Verhältnis von Calcium zu Phosphor müsse unbedingt bei 1:1 bis 1,2:1 liegen. Aber 2006 veröffentlichte der National Research Council Erkenntnisse, nach denen es notwendig ist, dass ein erwachsener Hund pro Tag und pro kg Körpergewicht 50 bis 90 mg Calcium erhält. Dem genauen Verhältnis von Calcium zu Phosphor legte man aber keine so große Bedeutung mehr bei. Bei Rohernährung kann man davon ausgehen, dass der Calciumgehalt von 100 g Knochen mindestens 2.500 mg beträgt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man verschiedene Knochen füttert, zum Beispiel Ochsenschwanz, Hühnerflügel und Brustbein.
Mittel zur Calciumergänzung
Hundenahrung lässt sich außer durch Knochen und Eierschalen auch durch das gut verträgliche Calciumcitrat ergänzen. Auch Calciumcarbonat kann eingesetzt werden, vor allem dann, wenn der Hund an einer Nierenerkrankung leidet. Calciumcarbonat kann nämlich Phosphor binden. Was aber gegen dieses Nahrungsergänzungsmittel spricht, ist die Tatsache, dass es die Magensäure reduziert, was bei Rohfütterung zu Problemen führen kann.
Fragen zur Fleischfütterung
Das Fleisch auftauen
Tiefgefrorenes Fleisch sollte langsam im Kühlschrank aufgetaut werden. Eine mögliche Alternative ist das Auftauen bei Zimmertemperatur oder in kaltem Wasser. Wenn es schnell gehen muss, kann man das Fleisch auch in einem Warmwasserbad auftauen, und zwar ohne die Plastikfolie, da sich dort die meisten Bakterien festsetzen. Ob das Fleisch noch teilweise gefroren sein darf, wenn der Hund es zu fressen bekommt, ist von Tier zu Tier verschieden. Viele vertragen es gut, während andere darauf mit Durchfall reagieren. Rohes Fleisch darf übrigens auch dann noch gefüttert werden, wenn es bereits riecht oder anfängt, sich zu verfärben. Dem Hund altes gekochtes Fleisch vorzusetzen, kann dagegen lebensgefährlich für ihn werden!
Das Fleisch zerkleinern
Das Fleisch kann entweder in großen Stücken gefüttert oder aber gewolft werden. Die großen Fleischstücke haben den Vorteil, dass weniger Sauerstoff an sie kommt und sie sich deshalb länger halten. Außerdem sind die Hunde gezwungen, langsamer zu fressen, wenn die Fleischstücke zu groß sind, um sie einfach runterzuschlingen. Durch das Kauen werden nebenbei auch die Zähne gepflegt. Wird das Fleisch gewolft, hat das den Vorteil, dass es leichter verdaulich ist, was zum Beispiel bei Hunden mit einer Pankreasinsuffizienz angeraten sein kann. Auch lässt sich so leichter Gemüse unter das Fleisch mischen.
Wenn der Hund rohes Fleisch ablehnt
Manche Hundebesitzer erleben, dass ihr Tier zu Anfang kein rohes Fleisch fressen will. Das kann an dem fehlenden Geruch liegen. Die Fertigfutterprodukte enthalten nämlich sehr starke Geruchsstoffe, damit die Hunde sie überhaupt fressen. Damit das Fleisch stärker riecht, kann man es kurz anbraten oder mit kochendem Wasser überbrühen.



