Hundefutter im Überfluss
Was passiert bei einem Mangel an Nährstoffen?
Zu wenige aber auch zu viele Nährstoffe können Hunden Schaden zufügen. Normalerweise sorgen heutzutage viel Bewegung und eine ausgewogene Ernährung für eine stabile Gesundheit von Hunden. Die Zeiten, in denen Rachites bei Hunden oder sogar Kindern auftrat, sind zum Glück vorbei. Die Medizin weiß heute, dass Vitamin D, Kalzium und genügend Sonnenlicht und Bewegung dieser Knochenkrankheit vorbeugen. Daher tritt Rachitis in Deutschland so gut wie nicht mehr auf. Denn Proteinmangel ist in der gegenwärtigen Überflussgesellschaft kein Thema mehr. Nur wenn ein Hundebesitzer beim Futter zu sehr spart und über länger Zeit sehr minderwertiges Protein füttert, können Folgen wie Muskelabbau oder ein brüchiges Fell entstehen. Bei der Verfütterung von sehr viel Eiklar kann Biotinmangel auftreten, da ein darin enthaltener Stoff das Vitamin deaktiviert. Dem kann leicht vorgebeugt werden, indem Eier dem Hund nur gekocht verabreicht werden. Symptome wie ein schuppiges und graues Haarkleid sind dann nicht zu befürchten. Ein Mangel an Vitamin B1 entsteht bei der Fütterung von zuviel rohem Fleisch. Außerdem haben einige Fische, wie zum Beispiel Karpfen und Hering, einen Faktor in ihrem Fleisch, der das Vitamin abbaut. Der Hund kann Krämpfe bekommen. Frisst der Hund nur abgekochten Fisch, treten diese Symptome nicht auf. Der Vitamin B Komplex Nikotinsäure ist fast nur in tierischem Futter vorhanden. Wird der Hund zu einseitig mit Getreide gefüttert, können Schleimhautentzündungen die Folge sein. Außerdem verfärbt sich seine Zunge dunkel (black tongue disease).
Zu viele Nährstoffe verursachen Schäden!
Wer annimmt, viel hilft viel, liegt falsch. Bei zuviel Kalzium und Proteinen hat sich gezeigt, dass gerade bei jungen Tieren, die sich noch im Wachstum befinden, Skelettfehlbildungen auftreten. Durch die maximalen Wachstumsschübe, die besonders bei jungen Hunden großer Rassen auftreten, können die schwachen Gelenke die schweren Knochen nicht tragen. Folgenschwere Missbildungen und Fehlstellungen können den Hund ein Leben lang beeinträchtigen. Auch führt zuviel Kalzium zu Zinkmangel, der sich in Hautentzündungen niederschlägt. Wenn zu viele Mineralien wie Phosphor, Kalzium und Magnesium gegeben werden, wird der Bildung von Harnstein Vorschub geleistet. Ebenso verhält es sich bei zuviel Vitamin C. Überschüssiges Vitamin A und D können, sofern sie in sehr großen Mengen verabreicht werden, zu einer so genannten Vitaminose führen. Das ist eine gefährliche Vitaminvergiftung, die jedoch sehr selten auftritt, außer der Hund wird zum Beispiel nur mit der Vitamin A reichen Leber ernährt oder das Futter wird täglich mit einem Übermaß an dem Vitamin D haltigen Lebertran angereichert.
Jeder Hund kann einen zeitweiligen Mangel oder Überschuss an Vitaminen und Nährstoffen kompensieren. Sofern das Hundefutter zu wenige Vitamine enthält, kann der Zusatz von Vitaminpräparaten den Mangel auffangen. Bei einer ausgewogenen Ernährung reicht ein einmaliger Zusatz von Ergänzungspräparaten in der Wochen. Fertigfutter sollte niemals eigenmächtig mit Ergänzungen von Vitaminen angereichert werden, da die Hersteller bereits ab Werk Zusatzpräparate einmischen.


