Zubereitung von Hundefutter
Wer Hundefutter nicht fertig im Handel kaufen möchte und sich das Hundefutter lieber selbst zusammenstellt, sollte im Interesse des Hundes einige grundlegende Regeln bei der Zubereitung beachten. Damit eventuelle Keime abgetötet werden, sollten tierische Produkte wie Fleisch oder Eier grundsätzlich nur in gekochtem Zustand verfüttert werden. Deshalb sollten tierische Komponenten bei 82 °C für mindestens zehn Minuten gekocht werden.
Bei den pflanzlichen Bestandteilen für das Hundefutter wie beispielsweise bei Gemüse gehen durch längeres Kochen zwar Vitamine verloren, allerdings wird die Verträglichkeit einiger Gemüsesorten durch das Kochen erhöht. Alle pflanzlichen Zutaten sollten vor der Zubereitung des Hundefutters gründlich gewaschen, geschrubbt und evtl. gekocht werden. Ob jedoch in gekochtem oder ungekochtem Zustand, in jedem Fall sollte das Gemüse vor dem Verzehr zerkleinert werden. Dies kann mit Hilfe eines Pürierstabes, eines Mixers oder eines Mörsers geschehen. Wird zerkleinertes Gemüse für das Hundefutter verwendet, kann der Hund die Nährstoffe besser aufnehmen und gleichzeitig ist eine bessere Verdaulichkeit gegeben. In einigen Gemüsesorten sind bestimmte Vitamine und Provitamine enthalten, die nur in Verbindung mit Fett vom Darm aufgenommen werden können. Deshalb empfiehlt es sich, bei der Zubereitung von Gemüse eine kleine Menge Pflanzenöl beizugeben.
Werden bei der Zubereitung von Hundefutter Getreidebestandteile verwendet, sollten diese ebenfalls gekocht werden, da sich durch das Kochen die Stärkeverdaulichkeit erhöht. Flocken werden eingeweicht. Durch das vorherige Kochen der Nahrungsmittel werden aber auch andere Bestandteile zerstört, die in einigen rohen Lebensmitteln enthalten sind. Dies betrifft beispielsweise Thiaminase, ein Enzym, das in bestimmten rohen Fischsorten enthalten ist. Deshalb sollte Fisch nur in gekochtem Zustand als Hundefutter verwendet werden. Auch Kartoffeln sollten niemals in rohem Zustand an den Hund verfüttert werden.
Auf die Kochzeit kommt es an
Wird das Hundefutter selbst zubereitet, sollten Kohlenhydrate und Eiweißstoffe immer separat gekocht werden. Während die Kohlenhydrate eine längere Kochzeit benötigen, um die Stärkeverdaulichkeit zu erhöhen, kann Eiweiß durch zu langes Kochen denaturieren. Bei Obst und Gemüse sollten zu lange Kochzeiten vermieden werden, da es ansonsten zu Vitaminverlusten kommt. Besser ist es, Gemüse oder Obst nur kurz zu dünsten, falls dies für die Verträglichkeit nötig ist.
Fütterung von rohem Schweinefleisch und rohem Geflügel
Rohes Schweinefleisch sollte niemals als Hundefutter verfüttert werden, da es einen Erreger enthalten kann, der als Auslöser der tödlichen Aujeszkyschen Krankheit (Morbus Aujeszky, Pseudowut) gilt. Werden dem Hund rohes Geflügel oder rohe Eier gefüttert, ist die Gefahr, an Salmonellen zu erkranken, aufgrund der Beschaffenheit der Magensäfte des Hundes, sehr gering. Allerdings können Hunde Keime und auch Salmonellen über den Darm ausscheiden, die gerade für Kleinkinder, immungeschwächte Personen oder ältere Menschen gefährlich werden können.
Haltbarkeit für selbst zubereitetes Hundefutter
Da im Normalfall bei selbst gekochtem Hundefutter keinerlei Konservierungsstoffe zugesetzt werden, kann das hausgemachte Hundefutter zwar auf Vorrat zubereitet werden, allerdings muss es dann entsprechend gelagert werden. In der Regel kann das selbst zubereitete Hundefutter bei einer Temperatur von 0 bis 4 °C etwa drei bis sieben Tage unter Luftausschluss gelagert werden. Werden größere Mengen Hundefutter hergestellt, sollten diese bei -20 °C eingefroren werden. Bei Bedarf werden diese Portionen dann dem Tiefkühler entnommen. Damit es nicht zu einem Befall des hausgemachten Hundefutters mit Bakterien und Schimmelpilzen kommt, sollte die Nahrung für den Hund nicht länger als ein paar Stunden bei Raumtemperatur stehen gelassen werden. Gerade durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt des Futters können sich Bakterien und Schimmelpilze relativ rasch vermehren. Werden die vorbereiteten Hundeportionen gekühlt gelagert, sollte dieses Hundefutter täglich auf Geruchs- und Farbveränderungen kontrolliert werden, um festzustellen, ob dieses Futter noch in einem einwandfreien Zustand ist.
Allgemeine Hinweise zur Zubereitung
- Um die einzelnen Zutaten für das Hundefutter optimal abwiegen zu können, ist eine Lebensmittelwaage mit Grammskala sinnvoll.
- Wer das Hundefutter nach vorgegebenen Rezepten kochen möchte, sollte immer darauf achten, ob sich die Mengenangaben in den Rezepten auf den gekochten oder ungekochten Zustand der Zutaten beziehen.
- Besonders wenn der Hund ein Feinschmecker ist und sich aus seinem Hundefutter zuerst die besten Brocken aussortiert, sollten die einzelnen Bestandteile des Futters gut miteinander vermischt werden. Dazu kann beispielsweise ein Mixer verwendet werden.
- Sollen dem Hundefutter Vitaminergänzungspräparate oder auch Mineralien in Form von Ergänzungspräparaten zugefüttert werden, werden diese nicht mitgekocht, sondern erst dem fertigen Futter beigemischt, kurz bevor der Hund das Hundefutter bekommt. Durch das Kochen würde der Nährstoffgehalt dieser Präparate abnehmen. Ähnliches gilt für frische Kräuter. Diese werden gehackt und direkt vor dem Verfüttern dem Hundefutter untergemengt.
- Hundefutter, das selbst hergestellt wird, ist mit einem Feuchtigkeitsgehalt von etwa 70 % nahezu vergleichbar mit kommerziellem Feuchtfutter.


