Energiebedarf eines Hundes


Ein wichtiger Aspekt in der Haltung von Hunden ist die richtige Ernährung respektive die optimale Energieversorgung des Hundes.
Die optimale Energieaufnahme spielt eine zentrale Rolle in der Hundeernährung und sollte stets kontrolliert werden, damit weder zu viel noch zu wenig Energie aufgenommen wird.

Die richtige Energiebedarf eines Hundes

Eine zu hohe Energieaufnahme kann schnell zu Übergewicht führen. Eine reduzierte Aufnahme von Energie hingegen kann Gewichtsverlust und das Auftreten von Mangelerscheinungen im Körperwachstum hervorrufen.
Der Energiebedarf des Hundes ist abhängig von Rasse, Geschlecht, Alter und Leistungsintensität und bezeichnet die Energiemenge, welche zur Aufrechterhaltung der Lebens- und Leistungsfunktionen benötigt wird. Der tägliche Energiebedarf sollte unter regelmäßiger Kontrolle des Körpergewichtes individuell berechnet werden.
Bei der Energieaufnahme unterscheidet man zwischen Brutto- und Nettoenergie, wobei die Bruttoenergie die in der Nahrung enthaltene Gesamtenergie bezeichnet. Die verbleibende Energie nach Verlusten durch Kot, Urin und Wärmeabgabe ist die so genannte Nettoenergie, welche dem Hund tatsächlich zur Verfügung steht. Diese verbleibende Energie wird als „metabolisierbare Energie“ oder „umsetzbare Energie“ bezeichnet und stellt die relevante Größe in der Analyse von Hundenahrung dar.
Die Menge dieser verfügbaren Energie ist im Wesentlichen von der Verdaulichkeit der Nahrung abhängig. Geht ein Großteil der aufgenommenen Energie über den Kot verloren, so ist die Verdaulichkeit des Futters als gering einzustufen.

Die optimale Futtermenge

Um die optimale Futtermenge eines Hundes zu bestimmen, ist es unabdingbar, seinen tatsächlichen Energiebedarf zu kennen. Dieser wird in Kilokalorie pro Tag gemessen. Der Energieverbrauch des Hundes ist neben physiologischen Zuständen abhängig von Gewicht und Oberfläche. Es empfiehlt sich daher, die täglich benötigte Energie im Verhältnis zur Körperoberfläche zu sehen, da auch der Energieverlust durch Wärmeabgabe über die Hautoberfläche erfolgt. Um dieser Tatsache gerecht zu werden, wird das Körpergewicht in Kilogramm zur Dreiviertelpotenz erhoben. Man erhält somit das Metabolische Körpergewicht.

Berechnung des Energiebedarfs

Bei der Berechnung des Energiebedarfes ist zwischen dem Energiebedarf im Ruhezustand (RER) und dem täglichen Energiebedarf (DER) zu unterscheiden.
Der RER bezeichnet den Energiebedarf eines Hundes im inaktiven Zustand in einer thermoneutralen Umgebung und schließt den Energieaufwand zur Erholung nach Aktivitäten und Futteraufnahme mit ein. Ein Hund, der sich wenig bewegt und vermehrt warme Umgebungen aufsucht, wird einen verringerten RER aufweisen.
Der DER ist der tägliche Energieverbrauch eines Hundes in Abhängigkeit von Lebensphase und Aktivität.

Richtwerte und Anhaltspunkte

Alle aufgeführten und in Tabellen hinterlegten Werte sollten jedoch nur als Richtwerte und Anhaltspunkte gesehen werden. Es handelt sich hierbei um theoretische Werte für erwachsene Hunde. Abweichungen und Unterschiede können durch Umwelteinflüsse und individuelle Unterschiede in manchen Fällen bis zu 25 Prozent betragen.
Nachdem die nötige Energiedichte des Futters berechnet wurde, ist nun auf ein korrektes Verhältnis von Energie zu Nährstoffen zu achten.
Eine ausgewogene Ernährung wird neben dem optimalen Energiebedarf von rund 25 anderen Nährstoffen beeinflusst.
Auch der Proteinbedarf, welcher parallel zum Energiebedarf verläuft, ist eine wichtige Größe in der Hundeernährung. Er wird auf Basis der täglich aufgenommenen Futtermenge ermittelt und in g Rohprotein pro kg Körpergewicht angegeben. Tierisches Protein sollte im Futter ausgewachsener Hunde ca. 30 bis 40 Prozent ausmachen.
Auch Fette liefern Energie, wobei diese zur Energiegewinnung nicht unbedingt erforderlich sind. Es ist hierbei auf die Zugabe von mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu achten.

Es bleibt festzustellen, dass eine optimale Energieversorgung des Hundes von verschiedenen Faktoren abhängt. Wichtig ist, dass sich Hundehalter die Richtwerte zu Rate nehmen, die tatsächliche Zusammensetzung des Futters aber immer individuell und flexibel an die Bedürfnisse des Hundes anpassen.