Hundefuttertests kritisch hinterfragen

August 11, 2009 von  
Kategorisiert unter Futter im Test

Wenn die Stiftung Warentest einem Hundefutter bescheinigt, sehr gut zu sein, so heißt das noch lange nicht, dass dieses Produkt wirklich zum Besten gehört, was man seinem Hund kaufen kann. Der Grund dafür ist, dass die Testkriterien nicht umfangreich genug sind und wichtige Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Hundefuttersorten so gar nicht erfasst werden können.

Ein Beispiel anhand des Testergebnisses der Stiftung Warentest vom September 2006

Bei diesem Hundefuttertest waren Alnutra von Aldi Nord und Maximus von Aldi Süd die Testsieger. Beide Produkte erhielten ein „sehr gut“. Da man bei Aldi bekanntlich sehr günstig einkaufen kann, waren viele Hundebesitzer nun der Meinung, dass es keinen Grund gibt, teurere Premiumprodukte im Fachhandel zu kaufen.  Allerdings hatte Stiftung Warentest vor allem solche Hundefuttermittel geprüft, die bei Discountern oder im Versandhandel angeboten wurden. Hundefutter, das überwiegend im Fachhandel verkauft wurde, wurde gar nicht getestet! Noch schwerwiegender waren aber die ungenügenden Testkriterien.
Es ging bei diesem Test nämlich ausschließlich um folgende Qualitätsmerkmale:

  • Ernährungsphysiologische Qualität: Es wurde beurteilt, ob das Hundefutter alle wichtigen Vitamine, Mineralstoffe, ungesättigten Fettsäuren und Proteine enthielt.
  • Schadstoff-Freiheit: Hier wurde untersucht, wie hoch die Belastung durch Schwermetalle war und ob die Produkte Schimmelpilzgifte enthielten.
  • Mikrobiologische Qualität: Dazu wurde das Hundefutter auf aerobe Keime untersucht.
  • Deklaration: Hier wurde bewertet, inwieweit die Kennzeichnungsbestimmungen eingehalten wurden und wie gut die Fütterungsempfehlungen waren.

Was im Test nicht berücksichtigt wurde

Wichtige Qualitätsmerkmale blieben bei diesem Test völlig unberücksichtigt:

  • Futterwertleistungsprüfung: Es wurde nicht überprüft, wie gut die in den Hundefutterprodukten enthaltenen Nährstoffe von den Tieren verwertet werden konnten. Es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob ein Hund hochwertiges Eiweiß aus Hühnerfleisch erhält oder nur in Form von Federmehl.
  • Futterzusammensetzung: Im Test wurde kein Unterschied gemacht zwischen Futtermitteln mit hochwertigen Einzeldeklarationen und solchen mit Gruppendeklarationen.
  • Zusatzstoffe: Es wurde auch überhaupt nicht berücksichtigt, ob dem Hundefutter künstliche Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe zugesetzt wurden.
  • Vitaminversorgung: Die wichtigen Vitamine der B-Gruppe sowie die ausreichende Versorgung mit Biotin waren nicht Gegenstand der Prüfung. Sie sind aber für Fell und Haut des Hundes von großer Bedeutung.
  • Aminosäurenversorgung: Auch der Gehalt an essentiellen Aminosäuren, der ein Maßstab für die biologische Wertigkeit des Proteins ist, wurde nicht geprüft.

Hundebesitzer, die sich nicht damit zufriedengeben wollen, dass das Hundefutter, das sie ihrem Tier vorsetzen, den Mindeststandards genügt, tun also auch weiterhin gut daran, sich Premium-Hundefutterprodukte genau anzuschauen und sich zu überlegen, ob diese hochwertigen Futtermittel nicht auf lange Sicht doch besser sind als die Billigprodukte vom Discounter.

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Kommentare

11 Antworten zu “Hundefuttertests kritisch hinterfragen”
  1. Chris Jung sagt:

    Sehe ich ähnlich.
    Es wird ja ein paar Grundannahmen in keiner Weise bei solchen Tests hinterfragt:

    - ist eine Ernährung mit aufgeschäumtem Trockenfutter auf Dauer gesund
    - ist Fast-Food allgemein als Alleinfutter eine gesunde Ernähung
    - woher kommen die Zutaten
    - wie ist der ethische Aspekt (Tierversuche…)

  2. Murx Pickwick sagt:

    Was soll ich mir ein teures Premiumfuttermittel holen, welches die gleichen Bestandteile enthält wie ein Aldi-Fertigfutter?
    Schaut euch doch mal die Futtermittelverordnung des jeweiligen Herstellerlandes an und was in den einzelnen Gruppen drin sein darf, danach versucht ihr mir mal zu erklären, wo der Unterschied zwischen:
    Tierische und pflanzliche Nebenerzeugnisse, Fette und Öle, Minalstoffzusatzmischung
    und
    37% Fleisch* und tierische Nebenprodukte* (Huhn* min. 31%), Weizen *, Mineralien
    liegt …
    Die zweite Deklaration sieht besser aus, aber Muskelfleisch braucht da genausowenig drin zu sein, wie in der oberen Deklaration, einfach weil die Obergruppe “Fleisch und tierische Nebenprodukte” nur vorschreibt, was drin sein darf, nicht was mindestens drinzusein hat, es braucht also kein Muskelfleisch enthalten sein – es brauchen nicht mal die Innereien enthalten sein, die auch unter der Obergruppe Fleisch verkauft werden dürfen … und das in dieser Obergruppe nun 31% Huhn enthalten sein muß, sagt auch noch nicht viel aus, weil, Hühnerkrallen stammen auch vom Huhn und sind in dieser Obergruppe auch enthalten.

    Dann wieder hat der Herstellungsprozeß eine enorme Auswirkung auf das Futter, wenn ich tiefgefrorenes Fertigbarf kaufe, hab ich ein sehr wenig verarbeitetes Futter, welches nach Auftauen in der Geschwindigkeit durch den Hundedarm geht, in der der Futterbrei schon den Darm passiert hat, seit es Hunde gibt, bzw seit es überhaupt Hundeartige gibt … son Trockenpreßzeugs dagegen, egal ob kalt gepreßt oder heiß gepreßt oder extrudiert braucht deutlich länger durch den Darm, was nun wieder die Wahrscheinlichkeit für Darmerkrankungen enorm erhöht. Selbst die Art der Pressung hat enorme Auswirkungen auf die Scharfkantigkeit der Futterpartikel und damit auf die Schäden, die im Hundedarm angerichtet werden.
    Um den Herstellungsprozeß machen jedoch die meisten Firmen ein mordsmäßiges Geheimnis, selbst teure Sorten mit dem Anspruch der Hochwertigkeit geben keine bindenden Auskünfte über den tatsächlichen Muskelfleischanteil im Futter oder die Herkunft des pflanzlichen Anteils usw usf. Ich kenne nur eine einzige Hundefuttermittelfirma, welche eine wirklich lückenlose Dokumentation und Deklaration ihres Hundefutters aufweist (zumindest auf Nachfrage, auf ihrer Internetseite ist leider vieles verschwunden, so die Dokumentation der Herstellung des Hundefutters in Wort und Bild): Hermmanns Hundefutter.

    Sehr nahe kommen dann halt noch die meisten Fertigbarffirmen, wobei diese wiederum meist keine Auskünfte über die Herkunft ihrer Zutaten machen, alle anderen mir bekannten Firmen dagegen nutzen offenbar die Lücken der jeweiligen Futtermittelverordnungen voll aus, um das Futter für weniger Geld anbieten zu können und damit eben konkurrenzfähig zu bleiben.

    Wer also wirklich wissen will, was er füttert, ernährt den Hund mit selbst zusammengestellten Barf und/oder Küchenresten, wer seinen Hund gesund ernähren will, ernährt ihn so abwechslungsreich wie nur irgendmöglich, dann schadet auch kein Billighundefutter, da es nur einen kleinen Teil der Hundeernährung ausmacht.

  3. togo sagt:

    Wie sieht es eigentlich mit Zucker und sinnlosen Farbstoffen im Futter aus? Gibt es dafür bei Tests Abwertungen?

  4. silly sagt:

    Das Aldifutter enthält weder Zucker noch irgendwelche Lockstoffe. Es ist doch sehr seltsam, dass mein Hund das teure sensitive Futter bestimmter Marken nicht verträgt, er aber beim Aldi Trockenfutter keinerlei Probleme zeigt. Selbst der Tierarzt war erstaunt. Also warum sollte ich meinen Hund dies nicht füttern. Das teuerste muss nicht immer das beste sein!

  5. Bobo sagt:

    Noch zwei Tage, dann bekomm ich meinen Hund vom Züchter und ich weiß immer noch nicht was man am besten verfüttern kann. Ein rundum gutes Futter scheint es gar nicht zu geben.

  6. alh-service sagt:

    Hunde sind keine Menschen und in der Futterverwertung verschieden. Tests insbesondere, wenn sie von einem der neutralen Institut durchgeführt werden, interessieren mich mehr als lancierten Tests, welche nur den wirtschaftlichen Interessen einiger Zielgruppen dienen. Der Urhund ist heute vermenschlicht, er lebt in unserer sauberen, teilweise sterilen Welt. Sein Anwehrmechanismus leidet darunter.
    Viele unseriöse Züchter und Geschäftemacher sorgen dafür, dass wir oft Hunde erhalten, welche sich nicht zur Zucht eignen. Urhunde hatten sich der Natur als Richter zu unterwerfen. Nur der gesündeste und kräftigste setzte sich durch, blieb am Leben und pflanzte sich fort.
    Diese Auslese findet heute kaum noch statt, deswegen boomt auch das Tierärztewesen.
    Haltet Eure Hunde ein bißchen natürlich. Vermeidet die vielen Gewürze und Zutaten von menschlichen Speisen. Haltet Kontakt zu Fleischereien. Die Fleischabfällte sind zwar wegen der Impfungen und Medikamente während der Nutztieraufzucht auch nicht mehr das, was sie einmal waren, entsprechen aber, nach dem Nährwert, eher dem Fütterbedarf des Hundes als jedes Fertigfutter.
    Innereien und Pansen kosten auch nicht viel mehr als das teuerste Fertigfutter,
    welches letzlich natürlich mit weniger Zeitaufwand zu besorgen ist.

  7. Ever sagt:

    Hallo,

    ich halte es für bedenklich das ein Futter wie Beneful zu den Testsiegern gehören soll und das allgemein die Hersteller aus der Werbung unter den besten landen (bis auf Frolic) Ganz ehrlich, wenn man sich mal die Zeit nimmt die ganzen Sorten genauer zu betrachten dann findet man eine Zutat die in kein Hundefutter gehören sollte und die auch allgemein nicht wirklich gesund ist: ZUCKER. Darüber hat der Test kein Wort verloren. Auch sind die Ergebnisse nur subjektiv. Es wurden “Adult” getestet und dann wurde gesagt das Futter ist mangelhaft weil es für Welpen ungeeignet sei. Nun ist es doch aber sa das fast alle Hersteller Futter für verschiedene Altersklassen anbieten. Ich halte es für bedenklich das ein Adult-Futter abgewertet wird weils für Welpen nicht taugt. Dann hätte man auch das Welpenfutter von dem Hersteller mit ranziehen müssen. Da ich selbst eine Menge gelesen und mich gut informiert habe als nach kurzer Zeit klar wurde das meine Maus das Futer vom Züchter absolut verweigert und sehr starke Blähungen bekam davon, wenn sie es denn doch gefressen hatte, musste ich mich nach etwas anderem umsehen. Gelandet bin ich bei Orijen und ich bin bis heute sehr zufrieden. Sie hat sich super entwickelt. Gesundes Fell gesunde Knochen und der Tierarzt sieht uns nur zum impfen und entwurmen,wo Geschwister von ihr dauernd Magen Darm Probleme haben und das bei einem Futter was hier als richtig gut bewertet wurde.. Wohlgemerkt hab ich aber dem Alter entsprechend auch das Welpenfutter genommen und nicht das Adult, was wie der Name schon sagt ja für erwachsene ist.

    Ich kann nur jedem raten, für den die Rohfüterung nicht in Frage kommt sich eingehend selbst zu informieren. Man kann den Test ja als Richtwert nehmen sollte aber die Futter genau unter die Lupe nehmen. Soviel Zeit muss uns unser Hund schon Wert sein und dann stellt man sehr schnell fest das man im Discounter/Supermarktregal auf abstruse Dinge treffen kann. Zucker in Zahlpflegesnacks fand ich zumindest etwas merkwürdig und kann dazu nur sagen: Finger weg. Genauso alles wo Getreide in der Inhaltsangabe vor dem Fleisch kommt. Getreide ist nämlich der Allergieauslöser schlechthin. Daher verzichte ich weitgehend auf Snacks und Leckerreien aber ebenso auch auf das Alleinfutter von bekannten Herstellern. Gerade dort fand ich nämlich fast ausnahmslos immer Zucker in der Inhaltsangabe und das kommt bei meinem Hund dann auch nicht auf den Speiseplan.

    Mein Fazit nachdem ich den Testbericht gelesen hatte:
    Ein Test welcher anscheinend nur auf Ausgewogenheit basiert sollte auch so deklariert werden. Dann sollte man eine feste Zielgruppe festlegen und nicht Adultfutter auf Welpenuntauglichkeit hin extrem abwerten (wahrscheinlich gab es sonst keinen groben Kritikpunkt?) Wenn man einen Test durchführt um gutes Hundefutter vom schlechten zu unterscheiden, dann bitte richtig und unter Einbeziehung aller Kriterien (Zucker,Zusatzstoffe,Verhältnis Fleisch/Getreide, Farbstoffe etc.)
    Alles andere ist nur Betrug am Verbraucher und letztlich auch am Hund. Denn ein Futter das Zucker enthält unter den Testsiegern zu haben, fand ich schon mehr als fragwürdig. Anscheinend war das den Testern aber nicht so wichtig. Die Ausgewogenheit der Vitamine und Mineralstoffe kann noch so gut sein wenn der Rest mangelhaft ist, dann ist das Futter ebenfalls mangelhaft. Hier wird dem Verbraucher etwas völlig falsches suggeriert und das ist wirklich sehr bedenklich. Also bleibt kritisch und bildet euch stets noch eine eigene Meinung. Euer Hund wird es Euch danken.

  8. Bine sagt:

    Traurig, dass es “Knorr” für Hunde überhaupt wert ist getestet zu werden.

    Wer möchte denn gerne sein eigener Hund sein und trockene Futterbrocken schlucken müssen, bzw. wer von den Hundehaltern futtert selbst morgens und abends ein und dasselbe trockene Fertigprodukt?? So ein lecker Tütensüppchen, mal mit und mal ohne Wasser, das wär’s doch, oder!?

    Wenn ich sehe, wie gerne meine Hunde ihr frisches Fleisch fressen und wie fit die 11-Jährige in der Gegend herumspringt, wie wenig Hinterlassenschaften sie fabrizieren, sie waren noch nicht ein einziges Mal beim TA (ok, wegen Impfung und 1x wegen Flöhen nach Schmusen mit einem Igel), null Verdauungsproblemen (von wegen böse Knochen..) usw usf. Ich würd’s jedem Hund gönnen!

  9. Carola sagt:

    Das Sprichwort “Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!” scheint auch bei “unabhängigen” Warentests seine Anwendung zu finden.

    Wie schon schön aus dem Artikel hervorgeht, kann man eine Bewertung aus verschiedenen Blickwinkeln sehen bzw. wichtige Vergleichskriterien einfach ignorieren.

    Ich arbeite selbst schon einige Jahre im Fachhandel für Tierfutter und bin mit den Ergebnissen von Stiftung Warentest auch alles andere als einverstanden!

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