Stiftung Warentest: Hundefutter im Test

Juli 6, 2009 von Marcel  
Kategorisiert unter Hundefutter im Test

900 Millionen Euro jährlich werden in Deutschland für Hundefutter ausgegeben. Grund genug für die Stiftung Warentest, im Frühjahr 2006 30 der gängigsten Produkte einer Prüfung zu unterziehen. Das Fazit: Nicht immer ist das Hundefutter wirklich ausgewogen – und: Manche Produkte sind für Welpen nicht nur ungeeignet, sondern sogar gefährlich!

Hundefutter im Test

Besondere Vorsicht ist bei der Fütterung von Welpen geboten

Industriell hergestelltes Trockenfutter in Form von Brocken, Ringen und Pellest wird immer beliebter. Gerade bei der Fütterung von Welpen sollte man aber bedenken, dass in manchen Produkten zuviel Kalzium enthalten ist, was genauso wie zuwenig Kalzium den Knochen schadet: Bekommen die Welpen zuwenig Kalzium, werden die Knochen schwach und brüchig, und die Beine können sich verbiegen. Kalzium ist nämlich der wichtigste Baustein für die Knochen. Bekommt ein Welpe aber zuviel von diesem Mineralstoff, kann der Knochenstoffwechsel ebenfalls gestört werden, was vor allem bei großwüchsigen Rassen zu Problemen führt. Die Knochen können dann ungleichmäßig wachsen und die Beine des Hundes krumm werden. Gerade bei Welpen ist deshalb auf eine ausgewogene Kalziumaufnahme zu achten. Als Faustregel für Trockenfutter gilt: 3 Gramm Kalzium pro 1000 Kalorien umsetzbarer Energie. Kritisch wird es, wenn 2 Gramm pro 1000 Kalorien unterschritten, oder 4,5 Gramm überschritten werden. Wichtig ist auch, dass das Kalzium im richtigen Verhältnis zum Phosphor steht, weil davon die Verwertbarkeit des Kalziums beeinflusst wird. Am besten ist ein Verhältnis von Kalzium zu Phosphor, das 1,3 bis 2 zu 1 beträgt.  Gibt man zu Alleinfutter noch zusätzliche Gaben von Mineralien, kann es leicht zu einer zu hohen Aufnahme von Kalzium kommen. Bekommt ein Hund dagegen hausgemachtes Futter, das nur wenig Kalzium enthält, muss das Futter entsprechend ergänzt werden, damit keine Mangelerscheinungen auftreten.

Das Problem bei manchen Produkten ist, dass viele der Hersteller oft aus Unkenntnis ihr Hundefutter als Alleinfutter anpreisen – und zwar für alle Hunde, egal welchen Alters. Wie im Test herauskam, sind nur 18 von 30 Produkten mit einem Hinweis versehen, dass dieses Futter nicht für Welpen geeignet ist. Bei 12 Produkten fehlte jeder Hinweis darauf und bei einem Hersteller wurde sogar ausdrücklich behauptet, dass sich dieses Alleinfutter für alle Altersklassen eignet – vom Welpen bis zum Senior!

Was die Tester außerdem bemängelten

Wegen ihrer unausgewogenen Zusammensetzung und/oder irreführender Deklaration erhielten 8 der getesteten Produkte ein „Mangelhaft“. Außer der für Welpen problematischen Überdosierung mit Kalzium wurde teilweise auch eine Unterversorgung mit Vitamin A festgestellt, sowie ein ungünstiges Verhältnis von Linolsäure zu alpha-Linolensäure. Zu den Sorten, die schlecht abschnitten, gehören Produkte von dm, Markus Mühle, Plus, Yarrah und Schlecker. Auch Frolic, Marengo und Aldi-Nord/Rufus kamen beim Test nicht gut weg. Es fehlte teilweise an den Mindestmengen von Vitamin E, Zink, Kupfer, Selen und Phosphor. Bei Purina One bemängelten die Tester, dass dieses Hundefutter genverändertes Sonja enthielt, ohne dass der Kunde darauf auf der Verpackung hingewiesen wurde.
Was die Belastung des Hundefutters mit Schadstoffen wie Blei, Kadmium oder Arsen anbelangt, so wurde keines der getesteten Produkte schlechter als mit „befriedigend“ bewertet. Das für Hunde gefährliche Schimmelpilzgift Aflatoxin konnte nicht nachgewiesen werden. Bei Purina Beneful fanden sich allerdings Spuren des Schimmelpilzgiftes Deoxynivalenol. Die Überprüfung auf schädliche Keime brachte hingegen bei keinem einzigen der untersuchten Produkte einen Befund.

Empfehlenswerte Alleinfutter

Als Nachfahre des Wolfes ist der Hund ein Mittelding zwischen einem Allesfresser und einem Fleischfresser. In der freien Natur frisst er seine Beute mit Haut und Haar, was seinen Organismus mit allen nötigen Nährstoffen versorgt. Alleinfutter für Hunde müssen eine ähnliche Zusammensetzung der Nahrung gewährleisten, da sich seine Verdauung und sein Fressverhalten nicht von dem des Wolfes unterscheiden.
Für alle Hunde gleicherweise geeignet sind die mit „sehr gut“ benoteten Produkte von Edeka/Domino und Rewe/ja!, sowie von Aldi. Fressnapf /Select Gold und Royal Canin sind noch etwas besser, dafür aber auch teurer und sind für ausgewachsene Hunde gedacht.

Tipps zur Hundfütterung

  • Auf Schnäppchen achten: Gerade im Internet, aber auch im Handel, wird Hundefutter oft zu Sonderpreisen angeboten. Wer online bestellt, hat den Vorteil, das Futter direkt ins Haus geliefert zu bekommen. So entfällt das lästige Tragen. Der Nachteil ist, dass man zum Liefertermin zu Hause sein muss.
  • Keine Schokolade füttern: Vor allem in größeren Mengen ist Schokolade schädlich für Hunde. Vor allem bei Welpen ist darauf zu achten, dass keine Mangelzustände auftreten und bei einer Ernährung mit menschlichen Speiseresten geeignete Mineralfutter zugefüttert werden.
  • Überdosierungen vermeiden: Wer Alleinfutter verwendet, sollte auf zusätzliche Vitamine und Mineralstoffpräparate verzichten, damit keine schädlichen Überdosierungen auftreten.
  • Nicht zu viel füttern: Bei einem normal bis wenig aktiven Hund ist es besser, wenn man bei der Futtermenge etwas unter den Empfehlungen des Herstellers bleibt.
  • Beim Futterwechsel behutsam vorgehen: Damit der Hund sich langsam an den neuen Geschmack gewöhnen kann, sollte man anfangs dem alten Futter etwas von dem neuen untermischen, und nicht gleich ganz auf das neue Futter umstellen.
  • Trockenfutter und Nassfutter: Man kann beides füttern, sollte aber darauf achten, dass Nassfutter oft einen sehr hohen Eiweißanteil hat, weshalb es nicht als Alleinfutter geeignet ist. Ein Nachteil des Feuchtfutters ist, dass es meistens in Büchsen verpackt ist, was die Abfallentsorgung erschwert. Viele Hunde mögen es allerdings lieber als Trockenfutter, das den Vorteil hat, dass es häufig billiger als Nassfutter ist. Auf Reisen ist das Füttern des Hundes mit Trockenfutter empfehlenswert, da man den Napf leichter säubern kann. Bei Trockenfutter muss übrigens darauf geachtet werden, dass der Hund viel frisches Wasser zu trinken kriegt.
    Experten empfehlen generell, den Hund mit allen Futtersorten bekannt zu machen. Das erleichtert eine Futterumstellung, wenn der Hund erkrankt und eine Diät einhalten muss.
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Kommentare

2 Antworten zu “Stiftung Warentest: Hundefutter im Test”
  1. Nadine sagt:

    Meine Hunde vertragen das Futter aus dem Aldi gar nicht.
    Sie geben 3 mal am Tag Kot ab und pupsen sehr viel davon!
    Von BOsch das Futter haben sie sehr gut vertragen aber trotzdem habe ich mich entschieden sie zu barfen.

    Mit freundlichem Gruß Nadine Becker

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  1. [...] die Stiftung Warentest einem Hundefutter bescheinigt, sehr gut zu sein, so heißt das noch lange nicht, dass dieses Produkt wirklich zum [...]



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